Fair in vielerlei Hinsicht

Fair in vielerlei Hinsicht

Dass unsere neue Jeans und modischen T-Shirts nicht mehr in der nächstgrößeren Stadt, sondern meistens am anderen Ende der Welt gefertigt werden, überrascht heute niemanden mehr. Auch dass die Bedingungen, unter denen unsere Kleidung dort hergestellt wird, häufig nicht annähernd den europäischen Standards entsprechen, ist vielen bewusst. Vielen Menschen wird es unwohl bei dem Gedanken, wie die Kleidungsstücke, die sie tagtäglich tragen, vermutlich entstanden sind. Daher wird zunehmend wird ein Ruf nach “fairer Mode” laut – doch was kann man darunter eigentlich verstehen?

Fair zum Menschen

Wenn es um Ungerechtigkeiten in der Herstellung von Mode geht, dann gibt es viele Baustellen. Es fängt bei Löhnen und Arbeitsbedingungen der Rohstofferzeuger und -erzeugerinnen an, geht über die Situation in riesigen Nähfabriken Südostasiens weiter und hört bei mangelnder Transparenz für den Verbraucher auf. Ein Ziel von fairer Mode ist es demnach, gerechtere Entlohnung und verbesserte, sichere Arbeitsbedingungen für die Menschen zu erreichen, die an der Produktion der Kleidungsstücke beteiligt sind. Ein weiteres Ziel ist es Lieferketten und Herkunft von Stoffen näher aufzuklären, um den Konsumenten eine aufgeklärte, eigenständige Entscheidung zu ermöglichen, welche Produkte sie kaufen möchten, was drin steckt und wo es herkommt. Weltbekannt für die Zertifizierung solcher Bemühungen ist das Fairtrade-Siegel. Es steht für existenzsichernde Löhne, grundlegenden Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Umweltstandards, die sicherstellen sollen, dass keine gefährlichen Chemikalien Umweltschäden verursachen. Zudem müssen die Beschäftigten in die Umsetzung und Kontrolle der Maßnahmen eingebunden werden. So ein Siegel dürfen nur Unternehmen auf ihre Produkte drucken, die die Einhaltung der strengen Regeln von externen Kontrolleuren überwachen lassen. Bei diesem Ansatz zu fairer Mode, wird hauptsächlich auf die Herstellungsbedingungen geschaut und darauf, wie es den Menschen geht, die die Kleidung herstellen und kaufen.

Fair zur Umwelt

Es gibt jedoch auch noch den Ansatz von Mode, die fair zu unserer Umwelt sein möchte. Modeherstellern, die dieses Ziel verfolgen, wollen nicht, dass aufgrund des Baumwollanbaus Flüsse umgeleitet und ganze Landstriche ausgetrocknet werden. Sie wollen auch den übermäßigen Einsatz von Pestiziden verhindern, der Menschen, Tieren und Pflanzen schaden könnte. Das gleiche gilt für gefährliche Farbstoffe. Die Abwässer der Fabriken, die Kleidung produzieren, werden auch noch viel zu häufig ungefiltert ins Meer entsorgt. All diese Probleme können bei fairer Kleidung angegangen werden. Wieder andere Hersteller bemühen sich um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß bei der Produktion ihrer Kleidung oder geringen Wasserverbrauch, um Ressourcen zu schonen. Da dabei auch an das Tierwohl gedacht werden soll, verzichten einige Unternehmen gleich ganz auf tierische Materialien, wie z.B. Leder, und stellen ihre Kleidung vegan her. Neue und außergewöhnliche Materialien werden zusätzlich eingesetzt. Bambus beispielsweise wächst sehr schnell nach, ist demnach sehr nachhaltig, und kann mittlerweile gut als Baumwollersatz dienen. Alte Webmaterialien wie Flachs, Hanf und Leinen werden ebenfalls wiederentdeckt und zu neuer, moderner, hipper, grüner Mode gesponnen. Der Markt für faire Mode in jedem Sinne ist so groß geworden, dass es mittlerweile viele Modelabels und Versandplattformen gibt, die sich auf nach diesen Kriterien hergestellte Kleidung spezialisiert haben. Die Auswahl ist dabei im Internet immer noch am größten, wobei die fairen Marken zunehmend auch im Einzelhandel erhältlich sind. Dies hängt auch damit zusammen, dass sie in vielen Fällen nicht mehr kosten als vergleichbare Markenartikel. Da lohnt es sich beim nächsten Einkauf genauer hinzuschauen: ist meine Kleidung fair hergestellt? Wenn nicht, kann es sich lohnen einen zweiten Blick zu wagen, welche guten, fairen Angebote es nicht woanders vielleicht gibt.

Für mehr Informationen zur Fair Trade Kleidung könnt ihr folgende Seite besuchen:

www.fairtradebiokleidung.com – Alles zur fairen Kleidung

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